- GESCHICHTE
Guntmadingen wurde erstmals im Jahr 1111 Urkundlich erwähnt.
Der Gründer der Stadt Schaffhausen Eberhard von Nellenburg schenkte
dem Kloster Allerheiligen 5 Huben Land in Guntmadingen und dazu einen
Leibeigenen Rüpert von Guntramingen. Mit dem Besitz in Guntmadingen
bestätigte Kaiser Heinricht V dem Kloster Allerheiligen auch den
Besitz des Waldes Lauferberg.
Die Tatsache, dass der Lauferberg ursprünglich Eigentum von Allerheiligen war,
erklärt uns den Ursprung des gemeinsamen Nutzungsrechtes der Dörfer Guntmadingen,
Beringen und Hallau.

Das Kloster besass in allen drei Dörfern Grundbesitz
und erlaubte den hörigen Bauern die Benützung des Waldes zur Weide und
zur Holzversorgung. Da der Allerheiligen Grundbesitz in Hallau denjenigen
in Guntmadingen und Beringen weit übertraf, mussten sich die beiden Dörfer
im Oberklettgau immer wieder um ihren Anteil am Lauferberg wehren. Sie taten
dies mit wechselndem Erfolg, bis ihre Wald- und Weiderechte im Jahr 1920
durch die beiden Hallau, die Bürgergemeinde Schaffhausen und den Fiskus des
Kantons Schaffhausen um 32'500 Franken abgelöst wurde.
Der übrige Guntmadinger Grundbesitz teilten sich im Mittelalter die
Herren von Radegg, die Klöster Paradies und St. Agnes, die Herren von
Henggart und das Schaffhauser Spital. An den Grundbesitz vom Kloster
St. Agnes erinnert noch heute der Flurname Agnesenhau. Gasthof Oberneuhaus.
Der heutige Gasthof Oberneuhaus wurde im Jahr 1800 erbaut.
Vermutlich bestand aber bereits vorher an dieser Stelle eine Gaststätte.
Bis zum Bau der Deutschen Bahn im Jahr 1863 war das Oberneuhaus ein
bedeutender Gasthof und Poststation. Die Klettgauerstrasse war eine
wichtige Verbindung im West- Ostverkehr, für die Reisenden ins
Osterfinger Bad sowie die vielen Weinfuhrwerke aus dem unteren Klettgau.
Seine Bauart, mit dem französischen Dachstuhl verrät den welschen
Einfluss jener Zeit. Die Fische die im Weiher nebenan gehalten wurden,
warteten wohl auf die Befriedigung anspruchsvoller Gastung. 1895 ist der
Teich geleert und 1903 mit Schutt der damals niedergebrannten Häuser
eingedeckt worden.
Die Kirche
Wohl vor mehr als 1000 Jahren erlebten die Guntmadinger die
Grundsteinlegung ihres Gotteshauses in Löhningen. Die erste
Nachricht von einer Pfarrkirche in Löhningen stammt aus dem
Jahr 1275, wo Priester Konrad von Löhningen Kraft seines Amtes
taufte und segnete.
1326 schenkte der Bischof von Konstanz die Kirche dem Spital
Schaffhausen. Dieser hatte das Recht, Pfarrer einzusetzen,
zugleich aber die Pflicht, diesen ein ausreichendes Einkommen
zu gewähren.
1526 wurde die Stelle nicht mehr besetzt, der Spital brauchte
das Geld für anderes.
1605 wurde die alte Kirche abgerissen und an ihrer Stelle
eine neue Kirche gebaut. Eine in der Kirche einst vorhandene
Wappenscheibe, gestiftet vom damaligen Pfarrer von Beringen,
trägt die Jahrzahl 1606.
Während 1837 die Gemeinde Guntmadingen politische Selbständigkeit
erworben hatte, blieb die kirchliche Zugehörigkeit zu Löhningen bestehen.
Es galt nun die rechtliche Verhältnisse festzulegen. Die Verhandlungen
begannen 1840 unter Vorsitz von Herrn Regierungsrat Waldvogel. Anwesend
waren die Gemeinderäte beider Gemeinden. Unter Zugrundlegung der
Bevölkerungszahlen von 1837, Löhningen hatte 787 und Guntmadingen 178,
ergab sich das Stimmenverhältnis von 4 zu 1. Dies ist auch heute noch gleich.
Viele Worte verursachte die Rangordnung bei der Besetzung der
Gemeinderatsstühle. Der Guntmadinger Gemeindepräsident Kelhofer
beharrte hartnäckig auf der Beibehaltung der althergebrachten Ordnung:
Stuhl 1 Präsident von Löhningen, Stuhl 2 derjenige von Guntmadingen,
dann die entsprechenden Gemeinderäte. Schliesslich wurde mit allen
gegen eine Stimme beschlossen, die Stühle 1 bis 9 fallen Löhningen,
die Stühle 10 bis 14 Guntmadingen zu.
- WAPPEN
- Das Guntmadinger Wappen

- hat auf der rechten Seite ein goldgelbes
Garbenbündel auf grünem Grund, es steht für den Getreidebau. Links
eine weisse Taube auf rotem Grund. Die Taube sitzt auf einem schwarzen
Krückenkreuz und hält ein grünes Blatt im Schnabel. Das Kreuz erinnert
daran, dass das Schaffhauser Spital früher grosse Waldungen auf
Guntmadinger Boden hatte.